Spiritualität auf der digitalen Datenautobahn - Mandalay Yoga

Spiritualität auf der digitalen Datenautobahn

Spiritualität-Digitalisierung-Individualität

Ich sage Namasté, weil mir die Bedeutung des Wortes so gut gefällt und nicht, weil ich Yogalehrerin oder Hindu bin. Ich pflege die Werte aller Religionen in welche ich alle eintauchte, weil ich ein verständnisvolles menschliches Wesen bin, aber nicht, weil ich irgendeiner Religion oder Gruppierung angehöre. Eher, weil mir an jeder Religion Aspekte gefallen, denen ich aber nicht dogmatisch folge. Spiritualität ist das was ich lebe, dabei sind folgende Aspekte essentiell: das spirituelle Erlebnis und das ethische Handeln.

Ich habe alles in meinem Inneren gefunden und vieles aus den Tiefen meiner Seele herausgeholt, unabhängig von zeitweiligen Trends, die den Spiritualismus hypen. Wie so oft im Leben sind es bestimmte Umstände, die Menschen, so wie auch mich, zu der Auseinandersetzung mit dem Glauben brachten. Genau diesen Ereignissen bin ich im Nachhinein sehr dankbar, auch wenn ich mir das damals niemals hätte vorstellen können.  

Wie lebt sich so ein spirituellen Leben eigentlich? 

In der Spiritualität geht es nicht darum, unser Ego zu füttern, sondern das Bewusstsein zu schärfen, um im Einklang mit Körper, Geist und Seele, aber auch mit der Umwelt und allen anderen Lebewesen zu leben.

So fördert die Beschäftigung mit spirituellen Themen Eigenschaften wie Gleichmut, Ehrfurcht, Dankbarkeit, Klarheit, Großzügigkeit, Toleranz, Überzeugung, Mitgefühl, Weisheit, Einsicht, Transzendenz-Überzeugung, Erkenntnis sowie das Vertrauen in Gott.  

Ein spirituelles Leben wird unmittelbare Auswirkungen auf die eigene Lebensführung und die ethischen inneren Parameter sowie Vorstellungen haben. Nicht selten distanzieren sich spirituelle Menschen von unserer kapitalistisch-orientierten Gesellschaft und legen immer weniger Wert auf Konsum von Materiellem.

Wie lebt es sich nun mit der Spiritualität im digitalen Zeitalter ?

Unser Leben in der westlichen Welt wird mittlerweile stark vom technologischen Fortschritt und von den Algorithmen sozialer Netzwerke beeinflusst. Die Digitalisierung kann das Leben einerseits sehr erleichtern, andererseits bewirkt es Entfremdung sowie Vereinsamung. Es bringt die Menschen eher auseinander als zusammen, das beobachte ich im Alltag auch ziemlich oft. So frage ich mich doch hin und wieder, wie Spiritualität in diesen Zeiten überhaupt konkret gelebt werden kann? 

Denn wenn man es genau nimmt, sind wir Sternenstaub und kein Algorithmus…

Computer, Smartphone, Ipads nehmen einen großen Platz in unserem Leben ein, doch im Grunde leben wir damit gegen unsere Natur. Mit all den unterschiedlichen Apps, die der Markt zu bieten hat, können wir so gut wie alles sammeln, strukturieren und teilen. Doch eine wirklich sinnvolle App, die sich mit der Abschaffung all unserer Probleme und Sorgen auf eine ethisch sowie moralisch vertretbare Weise beschäftigt, habe ich noch nicht gefunden.

Das wäre doch DIE Lösung: ein Algorithmus berechnet in wenigen Schritten und selbstverständlich, so wie es uns die Wirtschaft vermittelt, in Sekundenschnelle die individuelle Lösung für unser Problem. Warum es so eine App nicht gibt? Tja, mit einer gesunden und glücklichen Gesellschaft lassen sich schwer riesige Profite erwirtschaften. Der Kapitalismus müsste seine letzten Tage zählen…

Es wäre ein zu schönes Märchen, wenn die digitale Welt plötzlich für das große Ganze Gutes schafft.  Eher ist es eine große Distanz von allem was Einklang bedeutet – Lost Souls im digitalen Orbit.

Digitale Erneuerung goes IRONIC – nicht amazing !!!

Digitale Erneuerung half uns total, mehr Zeit für Ackerbau und ethische Viehzucht zurück zu gewinnen…hahaha. Seitdem wir alle Smartphones haben, verfügen wir plötzlich über so viel mehr freie Zeit….haha. Papierlosigkeit lässt menschliche Werte wachsen…haha. Digitale Umorientierung schafft Individualität und fördert auch das Bewusstsein…hahaha.

Erfolg zu haben in einer kapitalorientierten Gesellschaft heißt, mit viel Geld und Macht angeben zu können. Glücklich zu sein mit dem was ist, ist im Gegensatz dazu eher hinderlich für die Mächtigen unserer Welt. Denn dann würde die Menschheit ja nicht mehr das ganze unsinnige Zeug benötigen, womit wir vermeintlich mehr Zeit und bestenfalls eine Einfachheit geschenkt bekommen. Alles was sich moralisch und ethisch wirklich gut anfühlt, ist in den meisten Fällen leider weit weg von Geld oder einer finanziell gut bezahlten Gegenleistung.

Außerdem hat der Mensch so gut wie fast verlernt (noch nicht heran getragen bekommen) sich selbst kennenzulernen und sich dann auch treu zu bleiben. Ein wenig in Alles einzutauchen, damit man nicht gänzlich hinten runterfällt, darf gerne sein, am besten jedoch in einem zeitlich begrenzten Rahmen. Letztlich ist aber auch nicht jeder neue Trend wirklich wichtig, geschweige denn notwendig!

Ich vermisse heutzutage den Menschen, der nicht nur mal eben für 5 Minuten so mitquatscht, sondern auch mal tut was er sagt. Das nennt man Authentizität, welche nicht durch eine App angeeignet werden kann, sondern nur durch das ECHTE Leben und den damit einhergehenden Erfahrungen.

Natürlich gibt der Markt mittlerweile viel her, was Coaching, Meditation und Co. betrifft. Häufig sogar ohne Mensch, den rationalisieren wir nebenher noch auf den Status „unbrauchbar“ nieder.

Im unendlichen Orbit der digitalen Welt können wir viel Zeit damit verbringen, die für uns beste Apps und Programme auszuwählen, die dann für uns den Rest erledigen. Natürlich alles in angenehmen Portiönchen, um unsere Konzentrationsfähigkeit nicht überzustrapazieren.  

Das smarte Phone wird uns jedes Mal Bescheid geben, wenn es mal wieder Zeit ist, das „super-mentale digitale Mindset“ mitzumachen. Ganz fabelhaft ohne zu denken, ich frage nur am Rande, könnten wir dies auch allein, ganz aus innerer eigener Kraft, ohne App?

Falls ihr die Frage mit „nein“ beantwortet, dann ist es letzten Endes nichts weiter als ein Schwimmen auf der Oberfläche des digitalen Mainstream-Daseins. Dasselbe gilt für Yoga und die jeweilige spirituelle Praxis.

Eine spirituelle Frage: Weißt du wer du bist?

Eine Frage an deine Seele !!!

Weißt du denn wer du bist? Und warum du hier bist?

Ich hoffe nicht, um all das Zeug auf dem Kapitalmarkt zu kaufen, zu horten und digitale Inhalte in immer größeren Power Banks und Clouds zu sammeln. Sei mir nicht böse, wenn ich das so hart formuliere, aber dann hast du das Zentrum deiner Seele leider weit verfehlt und den Sinn des Lebens noch nicht ganz verstanden. Vielleicht ist es jetzt höchste Zeit, zu suchen, was noch im Verborgenen liegt.

Spiritualität ist kein Spaziergang und ist auch nicht immer lustig. Spiritualität hat wenig mit der Verbindung zum WLAN und dem dazugehörigen Internet zu tun.  Hier geht es um die Verbindung zu deinem Inneren. Die digitale Welt geht da eher in eine andere Richtung. Bald leben mehr Menschen 24h mit superfast WLAN-Verbindung, aber mit Zero Verbindung zu sich selbst!

Digitale Fußspuren im World Wide Web zu hinterlassen ist kinderleicht, den spirituellen Pfad einzuschlagen, eher nicht. Auf diesem Weg wird es Prüfungen zu meistern geben, die tougher sind als das BOOTCAMP von Detlef D. Soest! Das neue Zeitalter erschwert uns diese Prozesse noch mehr, denn wir entfernen uns immer mehr und immer schneller von unseren Wurzeln und wenden unsere Aufmerksamkeit an jeder Ecke dem Konsum und der Digitalisierung.

Spiritualität goes Ironic

Mach Yoga, meditiere & relax, denn die Banken und Kapitalmärkte haben eh alles unter Kontrolle.

Ich weiß nicht, ob es ein Fluch oder ein Segen ist – diese digitale Revolution. Für uns Menschen bedeutete es, sich im Prinzip total auf Glatteis zu begeben, denn Klicks sind die neue Währung und Traffic wird wie Geld behandelt, das ist nichts anderes als Kapitalismus auf Äther-Ebenen. Social Media schreit nur nach Followern, Traffic und Co. Ich frage mich, wer diese Fake – Dauerbeschallung eigentlich braucht und welcher wahnwitzige Geist diesen Scheiß verzapft hat???

Die Welt braucht Menschen mit Rückgrat und großer innerer Stärke und keine Digital-Super Heros, die wegen „Dauer-Fake-Posts about the unreal life“ über 1000k Follower aufweisen, überteuerte Fame-Leggings tragen und wissen wie man Fake-Fatale super verkauft.

Weit weg von spirituell, doch super gut geeignet für die breite Masse und das oberflächliche Image. Alle wollen der digitalen Revolution hinterherrennen und meinen sogar, sie seien noch nicht digital genug. Meiner Meinung nach sollte man diese Medien bedacht und verantwortungsvoll nutzen, was ein gewisses Maß an Authentizität voraussetzt.

Gelebte Spiritualität und ihre digitalen Auswirkungen

Alle anderen, die nur „mitlaufen“, sich selbst nicht kennen und sich auch nicht darüber im Klaren sind, welche Auswirkungen ihre Handlungen (Karma) auf ihre „Gefolgschaft“ und damit auch auf die gesamte Gesellschaft haben, sollten vielleicht nicht unbedingt diejenigen sein, die so einen Einfluss ausüben können. Aber was sage ich da…gerade das ist ja das, was heutzutage gut ankommt. Leider! So bleibt der Hamster im Rad des Kapitalismus. 

Ich glaube aber, dass sich dieser Trend irgendwann auch ändern wird. Das alles ist ein Gerüst aus Illusionen, eine Scheinwelt, die keiner Seele langfristig Zufriedenheit oder gar innere Fülle und Frieden schenken kann.

In einigen Jahren, so schätze ich, stellen Menschen, die viel mit digitalen Medien zu tun haben, fest, dass ihnen etwas ganz Großes im Inneren fehlt, das sie womöglich nicht einmal beschreiben können.

„Wer es nicht schafft, sich selbst auf den Grund zu begeben, geht irgendwann an seiner Oberflächlichkeit zugrunde.“

 In diesem Zitat steckt sehr viel Wahres, wir sollten es uns mehr zu Herzen nehmen.

 Wie ich meine Spiritualität im 21. Jahrhundert erlebe

Auch ich stand vor der Entscheidung, ob ich mich und meine Tätigkeit im Web mit einer virtuellen Visitenkarte präsentieren möchte. Da kaum jemand, der Dienstleistungen o.ä. im Außen anbietet, noch ohne Internetauftritt ist, schien es für mich wichtig und damit unumgänglich zu sein.

Ich muss sagen, Schlittschuhlaufen kann ich nicht, Inline Skaten ein wenig, Surfen und Bloggen schon mal gar nicht. Es war ein harter und sehr steiniger Weg im Land des Webs oder auf dem Gebiet von Bloggen, social media und Co. Doch ich habe im Leben gelernt, das Steine große Lehrer sein können – mittlerweile habe ich mein Speed und meine Mitte auf digitalen Gefilden gefunden.

Kurz bevor ich mir fast selbst untreu geworden wäre. Ich fühle mich mit dem ab und an ganz zu Hause, und bin mir selbst gerade so treu geblieben und jetzt nicht mehr ganz so ein NEW KID ON THE BLOG – im Web. 

Mit meinem Blog stehe ich nicht auf Augenhöhe mit dem elitären Mainstream, dafür weiß ich aber genau wer ich bin und warum ich hier bin. 

Immerhin kann ich jetzt auf dem digitalen Glatteis Schlittschuh laufen, Inlineskaten klappt auch schon ganz gut. Surfmaster bin ich immer noch nicht, habe ich aber auch nicht vor zu werden. Dafür gibt es genug andere im Web. 

Ich setze beim Bloggen eher auf Echtheit mit Inhalt, als Non-Sense für Mainstream Massen, die nur mit den drei W Fragen zum WEBCatch auffordern … ist nicht so meine Sache.

Ich hoffe, du findest inmitten der Digitalisierung auch immer etwas Zeit für Dich und dein wahres ICH, widmest dich deiner inneren Stimme und deiner Seele. Und ich hoffe das tust du mit derselben Zeit und Aufmerksamkeit wie du sie dem World Wide Web spendest! Auch dieser Satz darf dich gern zum nach denken anregen, denn ich verabschiede mich, mit dem folgenden Zitat:

„In jedem Augenblick hast du eine Verabredung mit dem Leben. Jeder Augenblick den du versäumst, versäumst du das Leben.“ Thich Nath Hanh