3 Asana für Aschenbrödel - Mandalay Yoga

3 Asana für Aschenbrödel

Jedes Jahr zur Weihnachtszeit läuft die tschechisch-deutsche Verfilmung des Grimmschen Märchens Aschenputtel über unsere TV-Bildschirme. 3 Haselnüsse für Aschenbrödel ist der Titel dieses allseits bekannten Klassikers und die abgewandelte Fassung des Originals, welche heute als Vorlage für den Yogablog-Adventskalender her hält. Doch was haben Aschenbrödel und Yoga miteinander gemein?  

Mit dem Öffnen des 14. Türchens erhaltet ihr, genau wie Aschenbrödel, 3 verzauberte Haselnüsse, die einige Geheimnisse für euch bereithalten. Diese wollen natürlich unbedingt gelüftet werden…

Ich sage nur so viel: Auf alle Fälle könnt ihr einige Tipps mitnehmen, um besinnlich und tiefenentspannt durch die Adventszeit zu kommen.

Zur Erinnerung für alle Märchen-Banausen da draußen, vorab eine kleine Zusammenfassung, was es mit Aschenbrödel überhaupt so auf sich hat.

Asana

3 Haselnüsse für Aschenbrödel – der Film

Aschenbrödel, eine verwaiste junge Frau, lebt mit ihrer Stiefmutter sowie mit deren Tochter Dora auf einem Gutshof, wo sie von den beiden Damen wie eine Magd gehalten und erniedrigt wird. Nach Willen der Stiefmutter, soll Tochter Dora einmal den Prinzen heiraten, welcher jedoch ein Auge auf Aschenbrödel geworfen hat. Durch seinen Begleiter Knecht Vinzek, lässt er 3 verzauberte Haselnüsse zu Aschenbrödel bringen. Diese Nüsse enthalten Aufgaben, die Aschenbrödel meistern muss.

In der ersten Nuss steckt ein Jagdgewand, mit dem sie ihre Schießkunst unter Beweis stellen soll.

In der zweiten Nuss steckt das Ballkleid, welches ihr nach einiger Schikane durch ihre herrische Stiefmutter doch noch Eintritt zum Ball gewährt. Auf dem Ball gibt sich Aschenbrödel verschleiert und stellt dem Prinzen ein Rätsel, um sie zu erkennen, doch er kann es nicht lösen. So flüchtet sie erneut vor ihm und verliert auf dem Weg ihren Schuh. Der Prinz sucht die richtige Prinzessin für den Schuh und es passt nur der Fuß von Aschenbrödel perfekt hinein. Dabei trägt sie das Brautkleid, welches sich in der dritten Nuss versteckte.

Das Fest der Liebe (ähnlich wie Weihnachten nach der Adventszeit) kann nun getanzt werden.

„Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute…“

Asana

In der ersten Nuss überzeugt das getarnte Aschenbrödel mit ihrer Treffsicherheit, Klarheit und Schärfe für das Wesentliche. Das Asana, welches sich dahinter versteckt ist…Der Adler – Garudasana.

1.Geheimnis – Das Asana – Garudasana (Der Adler)

Die Haltung als solches schaut recht einfach aus, dennoch ist sie ausgeübt nicht ganz ohne. Der Adler lehrt uns, unsere Balance sowie Konzentration zu bündeln und zu halten, um diese wieder blitzschnell abzurufen, wenn wir sie brauchen. Das Asana ist sowohl entspannt als auch erdend, ähnlich wie bei der Baum-Stellung.

Auf körperlicher Ebene stabilisiert uns der Adler ungemein. Besonders unser Rücken profitiert deutlich von der kraftvollen Dehnung, diese stärkt und entspannt die Muskulatur. Sogar Nieren- und Hüftbeschwerden werden verringert sowie Wirbelsäulenschäden korrigiert. Außerdem wirkt sich Garudasana positiv auf die Knochen und Nerven aus. Bei rheumatischen Schmerzen in Händen und Beinen bspw. kann eine regelmäßige Praxis Abhilfe schaffen. 

Beim Adler hat der Gleichgewichtssinn eine ausgesprochen wichtige Bedeutung. Denn dieser Aspekt spiegelt sich im Körper, aber genauso auch im Geiste wider. Wir können wohl kaum auf einem Bein stehen, das Gleichgewicht halten und dabei auch noch über all die Dinge nachdenken, die noch bis Weihnachten zu erledigen sind. Erst wenn wir auf mentaler Ebene durch gezieltes Atmen und Fokussieren zur Ruhe kommen, darf sich Zentrierung ausbreiten.

Konzentration, Willenskraft und Gelassenheit sind die geistigen Eigenschaften, die der Adler benötigt, um sein Gleichgewicht beim Fliegen zu halten. Mit seiner scharfen Fokussierung entgeht ihm sein Ziel nicht. 

2. Geheimnis – Das Asana – Vrksasana (Der Baum)

Das Geheimnis der 2. Haselnuss bringt euch die Gelassenheit, die Aschenbrödel vor der 2. Herausforderung hat.

Die entsprechende Haltung aus dem Yoga ist der Baum.

In der stressigen Vorweihnachtszeit oder wenn wir viel Arbeit zu erledigen haben, kann uns Vrksasana wunderbar lehren, wie es um unsere innere Balance bestellt ist. Je nachdem, kann unser Baum im Wind wackeln oder fest verwurzelt, wie das Fundament eines Hauses, im Boden stehen. Der Baum gleicht die beiden Körperhälften aus, bringt Ruhe und lässt uns Wurzeln schlagen, wenn wir es zulassen.

Genauer betrachtet wirkt der Baum auf die Muskulatur des gesamten Körpers ein, denn durch den längeren Stand auf einem Bein, werden Hüften und Fußgelenke gekräftigt. Der Brustkorb öffnet sich. Bei dieser Haltung dürfen unsere Gedanken ruhen – einfach entspannen und uns nur auf den Moment konzentrieren. Vrksasana spricht das Wurzelchakra an, welches für Mut, Sicherheit und Stabilität steht. 

 3.Geheimnis – Das Asana – Natarajasana (Shiva/Der Tänzer)

So wie bei Aschenbrödel am Ende die Liebe siegt, so öffnet der Tänzer im Yoga ebenso unsere Herzen, um Weihnachten mit Frohsinn und Leichtigkeit zu begegnen. Natarajasana lehrt uns kreativ, konzentriert, aber auch geerdet und ausbalanciert zu sein.

Die Figur von Natarajasana hat bestimmt jeder schon einmal gesehen – Gottheit Shivas umsagender Glückseligkeitstanz. Deshalb wird er auch als „Tanz-Gott“ bezeichnet. Wir tanzen dieses Mal nicht die Zyklen des Lebens, welche von Schöpfung, Geburt und Tod handeln, sondern wir verschmelzen stattdessen mit der Kreativität. Zeit und Raum im Tänzer nehmen wir als eine Art der Achtsamkeit wahr.  

Der Tänzer wird wie die anderen beiden Asanas auf einem Bein stehend ausgeübt. Hier wird erneut um das Finden des eigenen Gleichgewichtes gesucht, da eine Hand den Fuß greift, wodurch der gesamte Körper gedehnt und balanciert wird. In dieser Yoga-Haltung spannen wir einen Bogen hinter dem Rücken und finden auf sanfte Weise unsere Stabilität.

Die Muskeln von Füßen und Beinen werden gestärkt, die Brustmuskulatur gedehnt und der Kreislauf wird von Gottheit Shiva zum Tanzen gebracht.

Natarajasana erfordert etwas Übung und Konzentration. Die regelmäßige Praxis beschenkt uns dafür jedoch mit einer Balance, die kaum ein Sturm so einfach umhaut. Nehmen wir uns doch Shiva zum Vorbild: Er tanzt mit offenem Herzen, ganz unvoreingenommen, federleicht den Tanz des Lebens. Lasst uns Weihnachten, wie Lord Shiva auf einem Bein, leicht, offen, pulsierend aus der Mitte heraus und hinein ins Fest, zelebrieren!

Hier noch ein paar Tipps zu den Asanas

Bei Yoga-Haltungen, wo ihr euer Gleichgewicht halten lernt, ist es zu Anfang ratsam, euch näher an eine Wand zu stellen. Dort könnt ihr euch erst mal mit einem Finger oder der Hand etwas abstützen. Mit dieser Hilfe wurzelt ihr euch in die Haltung hinein, wenn ihr stabil genug steht, löst ihr den Finger oder auch die Hand von der Wand. Falls der Wind den Adler, Baum oder Tänzer zum Wanken bringt (Gedankenkreisel in Gleichgewichtshaltungen = Instabilität im Asana), dann nehmt euch wieder eure Stütze zur Hilfe bis ihr die gewünschte Stabilität habt, um alleine im Raum zu stehen. Jetzt beginnt Yoga 

Ich wünsche euch allen eine zauberhaft-entspannte Adventszeit und schöne Festtage. Wenn es zwischen Weihnachten und Neujahr wieder überall lautet: „Na gut überstanden?“, dann könnt ihr von den geheimnisvollen Asanas aus diesem Adventsblog erzählen, die euch so viel Gelassenheit für die Adventszeit geschenkt haben. Animiert doch auch Familienangehörige, Freunde, Kollegen und Bekannte, diese Haltungen auszuprobieren oder gar mit Yoga zu beginnen.

Mit einem Schmunzeln auf den Lippen würde ich sagen, diese 3 Yoga-Haltungen passen zu Weihnachten genauso perfekt wie der Schuh zu Aschenbrödels Füßchen!   

Und so geht es weiter. Gestern wurde das 13.Yogatürchen von Marion Reinitzhuber geöffnet, ihr Themenfokus bringt dir ein paar Tipps, wie du Erkältungsfrei durch die Weihnachtszeit kommst.

Morgen wird das 15.Adventskalender Türchen von Sunita Ehlers geöffnet. Danke an Melanie: ganzwunderbar.com , sie hat das Adventsprojekt mit 24 Yoga Bloggern in das Leben gerufen. Das Yoga Blog Türchen 14 –  vermehrt Ruhe & Gelassenheit in der Weihnachtszeit. Ich wünsche allen eine zauberhafte Weihnachtszeit. Namasté