Die 4 Säulen des Buddhismus - Mandalay Yoga

Die 4 Säulen des Buddhismus

Die buddhistische freudvolle Lebensphilosophie findet bei vielen Menschen, insbesondere der westlichen Welt, immer mehr Anklang. Wo Konsum und Leistungsdenken das Leben bestimmen, suchen die Menschen nach ihren Ursprüngen und ihrer eigenen Wahrheit. Da liegt es auf der Hand, einmal tiefer in die Lehren des Buddhas einzutauchen, um einige dieser Erkenntnisse in den eigenen Alltag zu integrieren. Wenn wir uns Buddhas Worte mehr zu Herzen nehmen und seine Lehren anwenden, können wir die Welt positiv verändern und uns für ein friedvolles und herzliches Miteinander entscheiden.

Buddhas Buddhismus – die Anfänge

Eine der Grundlagen des Buddhismus bilden die 4 edlen Wahrheiten, die eine zentrale Säule des Glaubens darstellen. Als Siddhartha Gautama Shakyamuni um 560 v. Chr. geboren wurde, begab er sich auf die Reise der Erkenntnis und erlangte im Alter von 35 Jahren die Erleuchtung. So wurde er zu Buddha, dem Erwachten.

Auf seine Überlieferungen stützen sich noch heute die 4 wahrhaftigen Säulen des Buddhismus, bei dem die buddhistischen Lehren im Fokus stehen und die Disziplinierung des Geistes als wertvollstes „Ziel“ angesehen wird. Diese harmonischen Ziele gilt es im Leben zu erreichen. Doch Siddharthas Weg war kein leichter. Er wurde zwar in eine Adelsfamilie geboren und führte als Prinz ein bequemes Luxusleben, fernab von Armut, Leid und Kummer, zufrieden machte ihn das jedoch nicht. Schon diese Erkenntnis spiegelt die Bedeutung des Reichtums für das eigene Leben eindrucksvoll wider.

Als er durch heimliche Ausflüge die Schattenseiten des Lebens erkannte, war er zutiefst schockiert und verließ daraufhin mit 29 Jahren den Adelshof, seine Frau und seinen Sohn. Von nun an verbrachte er sein Dasein als Wanderasket, besuchte Gurus, um von ihnen die Weisheit über das Leben zu lernen. Doch immer wieder enttäuschten ihn seine Reisen und die Antworten auf seine unzähligen Lebensfragen.

Eine lange Zeit verbrachte Gautama Buddha in Hungeraskese, bis er nach Jahren der Praxis schließlich die Erleuchtung erlangte. Anschließend beschloss er, seine neuen Einsichten, die 4 edlen Wahrheiten und den 8-fachen Pfad, mit allen Menschen zu teilen, die ihm zuhörten. Das war die Geburtsstunde des Buddhismus. Auf ihn stützen sich die 4 edlen Wahrheiten und helfen uns im Prinzip, die Beziehung zwischen 2 Ereignissen besser zu verstehen.

Demnach beginnt zunächst alles mit Leid und Leid entsteht meist nicht grundlos. Die Wirkung ist ein Resultat, das aus eigenen Ursachen und Umständen entstanden ist. Es gibt quasi 2 Pfade, die zugleich Ursache und Wirkweise sind: 1. den Pfad des Leidens und 2. den Pfad des Glücks. Basierend auf diesen 2 Pfaden begann Buddha, die Lehren der 4 edlen Wahrheiten nach außen zu tragen. Denn er hatte schon damals die Vision, mehr Menschen auf den Pfad des Glücks zu verhelfen. Doch wer leiden mag, hat selbst schon entschieden. Der Weg ist das Ziel. Die Säulen bilden das tägliche Fundament für ein glückliches Leben.

Die Säulen des Buddhismus: die 4 edlen Wahrheiten

  1. Wahrheit aus dem Buddhismus für das alltägliche Leben

Die erste Wahrheit besagt: Alles Dasein ist leidvoll (Dukha). Alles bedingte Dasein bringt Leiden, sei es in Form von Krankheit, Altern, Leid und Tod. Unser Geist ist zudem von ständigem Begehren erfüllt. Die Medien verbessern diesen Zustand nicht, sondern verschlimmern ihn oft noch. Wir erleben Schmerz darüber, das zu verlieren, was wir gern haben, und dadurch leiden wir. Leben bedeutet also Leiden.

Jedes Dasein, das durch Karma entstanden ist, ist mit Dukha (leidvoll) unter Leid in die Umgebung hineingeboren worden, in der wir leben. Weil unser Dasein von Natur aus leidvoll ist, sehnen wir uns nach Glück, erzeugen aber aufgrund unserer Unwissenheit meist selbst mehr Leid für uns, als uns lieb ist. In dem Punkt kann der buddhistische Weg einen wunderbaren Lebenspfad aufzeigen. Haben wir die leidvolle Ursache unseres Daseins erst einmal erkannt, verstehen wir auch besser, dass es die Unwissenheit ist, die die Wurzel allen Leids ist.

Beispiel: Weil es dieses gibt, folgt jenes. Weil dieses entstanden ist, entstand daraus jenes. Weil es die grundlegende Unwissenheit gibt, entstanden willkürliche Handlungen. Anhand des Beispiels kann aufgezeigt werden, dass an der Wurzel der Situation eine Täuschung vorliegt oder, anders ausgedrückt, eine grundlegende Unwissenheit.

  1. Wahrheit aus dem Buddhismus für das alltägliche Leben

Die zweite Wahrheit besagt: Ursache allen Leidens sind die Begierde, Unwissenheit und die Anhaftung. Fortwährend ersehnen wir Vergnügen, leben entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft, getrieben von dem ständigen Verlangen, unserer JETZT-Situation zu entfliehen. All diese Faktoren binden uns an den Kreislauf des Daseins und das Gesetz „Karma“ gesellt sich ebenso dazu.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Unwissenheit die einzige Ursache ist, für Nicht- Erleuchtete nur auf solche Weise zu existieren. Es gibt weitaus mehr Ursachen und Umstände, wie zum Beispiel die Kleshas (leidvolle Emotionen und Gedanken, Anhaftungen und Verblendungen) und, nicht zu vergessen, das Karma.

Karma ist schon fast ein eigenes Spezialgebiet im gesamten Universum. Nach Karma sind Dinge und Ereignisse lediglich das Resultat des Zusammenkommens von Ursachen, die aus Umständen entstanden sind. Allgemein gilt das universelle Kausalgesetz immer und für alles. Für Karma gilt Ursache und Handlung, es braucht zuerst immer eine Komponente – einen Handelnden. Dadurch wird Karma erst wirksam. Karmische Handlungen sind zusammengesetzte Handlungen, jede Handlung umfasst mehrere Stufen. Ihre Qualität wird als Summe aller ausmachenden Faktoren beschrieben. Hinzu kommt das Prinzip von Dharma (Mitgefühl, Selbstverwirklichung). Es sollte immer zuvor geprüft werden, ob eine Handlung eine heilsame Handlung ist.

Wie positiv ist die Motivation, wie stark die innere Absicht? Zwischendrin sollte immer wieder sichergestellt werden, dass wir immer unser Bestes geben. Egal, worum es geht, egal, für wen oder was. Dharma und Karma – dienen sie allen Wesen zum Wohle? So heißt dieser ethische Lebensstil auch „Buddhismus“ und das ist es zugleich, was darunter verstanden wird.

  1. Wahrheit aus dem Buddhismus für das alltägliche Leben

Die dritte Wahrheit besagt: Nur durch das Vernichten von Gier und Hass kann das Leiden überwunden werden. Das bedeutet, dass es Methoden gibt, die Ursachen des Leidens beseitigen können. Indem wir die Methoden des Buddhas anwenden, können wir unseren Kummer und unser Leid übersteigen und einen Weg finden, der zum Glück führt.

Auf dieser Stufe versuchen wir, die Verdunklung des Geistes zu verhindern, um unser Potenzial voll zu entfalten, denn in ihm wohnt unser Bewusstsein, das wir so zum Ausdruck bringen. Es ist, als wäre diese Fähigkeit in unserem Ursprung vorhanden, aber zu sehr von Verblendung und Verdunklung verdeckt, um sichtbar zu werden. Auf diese Weise werden wahrhaftige Entwicklung und Entfaltung behindert.

Erhält unser Verständnis jedoch die Information, dass die wahre Natur des Geistes klar und erkennend ist, können wir uns vorstellen, diese Faktoren zu eliminieren, um Befreiung zu erlangen. So entsteht höchste Zufriedenheit, sie ist der Passport für den Austritt aus dem nicht erleuchteten Leben.

Nun gilt es, dieses Ziel durch die drei Verpflichtungen zu erreichen: Erstens, von negativen Handlungen Abstand zu nehmen, zweitens, heilsamen Handlungen nachzugehen, drittens, Anderen von Nutzen zu sein. Diese Anhäufung ist ein Verdienst an und zugleich die pure Weisheit, sie ist gelebter Buddhismus.

  1. Wahrheit aus dem Buddhismus für das alltägliche Leben

Die vierte Wahrheit besagt: Der Weg dorthin führt über den 8-fachen Pfad und bezeichnet die Methoden, die zur Beendigung des Leidens führen. Wenn wir diesen 8 Schritten folgen, können wir einen Weg beschreiten, der uns aus diesem leidvollen Kreislauf hinausführt.

Wenn Befreiung grundsätzlich möglich ist, stellt sich die Frage, wie wir sie erreichen? Die vierte Wahrheit aus der buddhistischen Lehre schildert die Erkenntnis der Leerheit, diese führt zum Verstehen und das Verstehen bringt uns zum Erlangen der Beendigung. Jedoch benötigt das reine Verstehen auf diesem Weg Wissen über Leere, welches aus der Meditation gespeist und erfahren wird. Von dem Pfad der Vorbereitung führt dieser zu dem Pfad des Sehens bis hin zu dem Pfad der Leerheit.

Zunächst sollte erwähnt werden, dass sich die Leerheit auf Erfahrungen von Wissen und Praxis auf intellektuelles, durch Schlussfolgerung entwickeltes Verständnis für die kosmischen Gesetze der Leerheit gründet. Diese Phase betritt den Pfad der Ansammlung, auf dessen Weg der aufrichtige Wunsch existiert, Befreiung zu erlangen. Er wird folglich auch als Anfang des buddhistischen Weges im alltäglichen Dasein betrachtet.

Weisheit, Ethik und Meditation sind drei höhere Schulungen, die mittels Achtsamkeit und Wachsamkeit den Weg zur Erleuchtung ermöglichen. Sie werden auch als großes Fahrzeug im Buddhismus (Mahayana) bezeichnet. Dharma, das Mitgefühl, hat zum Ziel, Geist und Herz mit Mitgefühl zu füllen, zudem Potenzial aufzubauen, das stärker vertieft wird, und so vollständig die Verantwortung für das Wohl der Menschen zu übernehmen.

Wie der Buddhismus sich mit Yoga verbindet

Der Beschützer der Welt hat gelehrt, dass der Geist den Geist nicht sieht.

Auf der gesamten Welt haben wir heutzutage Wissenschaft, Technik und mehr materielle Ausstattungen als jemals zuvor. Wir haben einen hohen Entwicklungsstand erreicht, sind aber gefangen im Verlangen nach noch mehr und im Festhalten, was zur einer fast unaufhörlichen Zerstreutheit führt. Daher ist es von äußerst großer Bedeutung, zu verstehen und zu erleben, was Buddhismus im alltäglichen Leben bedeutet: Ein Vertrauen in die Lehre zu pflanzen und auf seinen Weg zu gehen.

Mögen alle Menschen diese Segenskraft empfangen und ein stabiles Vertrauen in sich selbst haben, um dabei unentwegt an sich zu glauben und den eigenen Geisteskräften zu vertrauen. Dann kann in Euch die Wurzel zum Pfad der Befreiung entstehen. 

Verbindung von Yoga mit den Grundlagen des Buddhismus

Als Buddhist bezeichnet sich eine Person, die Anwendung von Dharma lebt und den Entschluss gefasst hat, dies bis zum Schluss durchzuhalten, auch wenn das Millionen Jahre dauern sollte. Der Sinn des Lebens nimmt die Zeit nicht wichtig, wichtiger ist die Entschlossenheit und das klare Ziel vor Augen. Das sind gute Samen, um später die Früchte des Lebensbaumes zu ernten.

Dharma ist auch die Selbstverwirklichung als solches, hier sollte jeder seinen eigenen Meister-Buddha in sich selbst erwecken. Damit begeben wir uns auf den Weg des Herzens. Wir haben alle das Recht, glücklich zu sein und so wenig Leid wie möglich zu erfahren. Intelligenz richtig oder falsch anzuwenden und zu nutzen, liegt in der Hand jedes Einzelnen. Unsere Möglichkeiten richtig einzusetzen und unserem Planeten weniger Schaden zuzuführen ebenso.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Einzelne großes Glück erfahren kann, weil jeder die Anlagen eines Buddhas in sich trägt. Oft zeigt sich, dass die geistige Einstellung viel wichtiger ist, als es die äußeren Umstände sein könnten. Trotzdem kümmern sich viele Menschen mehr um die äußeren Umstände und lassen ihre innere Einstellung dabei verkümmern. Der Aspekt des Glücklichseins ist ein aktives Verantwortungsbewusstsein. Aus diesem Bewusstsein entsteht ein gesundes, starkes und angstfreies Selbstvertrauen, das für jegliche gezielte Entschlossenheit förderlich ist.

Denn es ist auch wichtig zu scheitern, ob selten oder oft. Wir scheitern immer irgendwo, wichtig ist, immer das klare Ziel vor Augen zu haben, egal welche Prüfungen das Leben uns auferlegt. Nicht nachzugeben und weiterzumachen. Eine solche optimistische und entschiedene Einstellung ist der Schlüssel für ein glückliches, selbstverwirklichtes Leben.

Werde Dein eigener Meister, dann ist alles in Buddha und das Ziel bleibt immer klar vor Deinen Augen.