Buddhismus im Alltag - 8 edle Tugenden - Mandalay Yoga

Buddhismus im Alltag – 8 edle Tugenden

Der Pfad des Buddhismus

Der Buddhismus ist eine alte und sehr harmonische Lehre, in welcher es acht Methoden gibt, um unser Dasein von Leid zu befreien. In diesem Bericht gehe ich auf diese Herangehensweisen ein und erweitere sie noch um ein paar persönliche Tipps. Es geht nämlich darum, ein ausgewogenes Leben zu führen, wofür die Übernahme von Verantwortung für die eigenen Taten sehr wichtig ist. So können wir selbstbestimmter und als Schöpfer durch das Leben gehen.

1. Pfad des Buddhismus – rechte Einsicht

Regel – rechte Einsicht: Wir sollten uns bewusst darüber werden, dass das Leid, welches wir erfahren, Ergebnisse unserer eigenen Handlungen sind. Hierbei ist es auch wichtig, die Wahrheit des Leidens zu ergründen. Denn nur so kann man verstehen, dass wir selbst diejenigen sind, die uns Leid zufügen und die anderen nicht dafür verantwortlich gemacht werden können.

Die zu starke Fokussierung auf unser Ego und die damit einhergehenden Mechanismen sind Ursachen des Leidens. Wir definieren unsere Existenz über das Ego, was uns nicht wirklich glücklich machen kann.  

Da wir selbst das Leid geschaffen haben, kann es auch nur von uns beendet werden. Doch das ist natürlich nicht so einfach, besonders in unserer westlichen Gesellschaft, die allerhand Anforderungen an uns stellt, denen wir entsprechen sollen.

Um das Leid zu minimieren oder gar zu eliminieren, gehört sehr viel Willenskraft – wir müssen ernsthaft unser Leben ändern und wirklich die Bedingungen unseres Leidens aufheben wollen.

2. Pfad des Buddhismus – rechtes Denken

Regel – rechtes Denken: Buddha sprach von rechtem Denken und meint damit unseren Umgang mit unheilsamen Gedanken. Gedanken sind wie Ströme, die uns tief in den Abgrund reißen können. Wenn uns nicht bewusst ist, in welche Richtung diese Gedankenströme fließen können, dann werden wir sehr schnell im Bereich dessen landen, was uns ganz und gar nicht guttut.

Deshalb ist es umso wichtiger unsere Gedankenstruktur immer positiv zu gestalten, was mit der Akzeptanz einhergeht, dass alles im Leben vergänglich und nichts beständig ist.

Was heute noch ist, heißt nicht, dass es morgen auch noch Bestand hat. Können wir dies anerkennen, so können wir auch besser loslassen. Wenn nun aber alles vergänglich ist, können wir getrost davon ausgehen, dass Situationen, in denen wir feststecken, sich auch verändern werden. Das Leben ist niemals aussichtslos, es bietet tausendfache Möglichkeiten……Wir dürfen nur unser Denken verändern.

3. Pfad des Buddhismus – rechtes Reden

Regel – rechtes Reden: Wir wollen doch positive Bedingungen im Leben schaffen, richtig? Dafür ist es umso wichtiger, heilsame Dialoge zu führen. Buddha spricht hier von der rechten Rede. Diese Dialoge sollen wir so führen, dass sie helfen können – unsere Probleme aufzulösen.

Wenn wir aber durch den Dialog unser Problem noch verstärken, haben wir die Rede auf in unheilsame Art und Weise geführt. Im Dialog sollen wir stets Wahrhaftigkeit üben, d.h. wir sollen die Wahrheit sagen. Aber auch schon, wenn wir unser Gefühl nicht mitteilen, brechen wir bereits eines unserer buddhistischen Gelübde, nämlich nicht zu lügen.

Rechte Rede gibt uns einerseits die Möglichkeit, uns selbst besser zu erfahren, andererseits lernen uns die Kommunikationspartner so auch besser kennen. Daraus ergibt sich nun wiederum, dass der Wahrhaftigkeit im Dialog grundlegende Bedeutung zukommt. Rohe Rede sowie auch törichte Rede erzeugen nur Disharmonie. Als Praktizierende streben wir grundsätzlich nach Harmonie, wodurch wir so eine Rede vermeiden möchten. 

4. Pfad des Buddhismus – rechtes Handeln

Regel – rechtes Handeln: in seiner grundlegenden Form bedeutet dies, dem Töten, dem Stehlen und zu entsagen, denn wir wollen im Alltag heilsame Energien schaffen und somit die Bedingungen für unsere buddhistische Praxis stärken. 

Selbst wenn sich durch achtsames Handeln die Veränderung nur in kleinen Schritten vollzieht, kann doch eine solche Transformation eine starke Wirkung auf unser Dasein haben – also auch auf unser ganzes Dasein.

5. Pfad des Buddhismus – rechter Lebenserwerb

Regel – rechter Lebenserwerb: Wir erkennen immer mehr die Wichtigkeit eines rechten Lebenserwerbes, da dieser uns erfüllen kann und wir damit eine innere Zufriedenheit erreichen.  

Um sicherzustellen, dass wir einem heilsamen Lebenserwerb nachgehen und heilsame Handlungen vollziehen, sollten wir uns fragen, ob wir hilfreich für die Gesellschaft sind oder ob wir im Gegenteil als Täter auftreten. Bei letzterem würden wir die Gesellschaft und Umwelt negativ beeinflussen, was unseren Kindern dadurch die Zukunft erschweren kann.

Was kann ich moralisch vertreten und was geht gar nicht?  Das häufige Reflektieren und Hinterfragen hilft uns dabei, den rechten Lebenserwerb für uns zu finden. Außerdem erreichen wir somit Authentizität.

6. Pfad des Buddhismus – rechte Anstrengung

Regel – rechte Anstrengung: Jedes Handeln bedarf einer gewissen Hingabe. Unsere Hingaben bestimmen wir gerne über unsere primären oder aber auch über unsere oberflächlichen Bedürfnisse. Deshalb muss alles immer in dieser Zeit einen bestimmten Nutzen haben oder einen bestimmten Wert schaffen.

Hingabe oder Anstrengung lässt das Licht unseres Herzens scheinen – und so wie das Licht hineinscheinen kann, beleuchtet dieses auch die kleinsten Nischen unseres Seins. Das ist nichts anderes als dass wir von nun an Bewusstsein in all unser Tun bringen.

 

7. Pfad des Buddhismus – rechte Achtsamkeit

Regel – rechte Achtsamkeit: Dieser Weg beinhaltet, dass wir auf die Bedürfnisse unseres Körpers, auf die Gedanken unseres Geistes und auf aufkommende Emotionen ACHT geben. Mit einer rechten Achtsamkeit haben wir die Kontrolle über unsere Handlungen. Wir sind im gegenwärtigen Moment und können die Dinge so sehen, wie sie wirklich sind, ohne in Erwartungen und Projektionen aus der Vergangenheit oder Zukunft zu verfallen.

Rechte Achtsamkeit bedeutet auch, sich einer Sache GANZ zu widmen. Und vollkommen im Hier und Jetzt zu sein und zu handeln.

8. Pfad des Buddhismus – rechte Versenkung

Regel – rechte Versenkung: hier geht es um die Schulung des Geistes durch Meditation. Dadurch, dass wir unseren Geist durch konzentrierte Anstrengung in Meditation und Kontemplation sammeln, können wir eine gerichtete Konzentration entwickeln, die zu einem ruhigen, und friedvollerem Geist führt.

Durch das Befolgen dieser acht Pfade können wir Einsicht in die Facetten unseres Geistes erlangen. Buddha lehrte, dass diese acht Stufen vier erhabene Geisteszustände hervorbringen: Güte, Mitgefühl, wohlwollende Freude sowie Gleichmut.

Ich bedanke mich für ein achtsames Lesen und wünsche euch viel Freude beim Ausprobieren dieser Lehren.  Namasté