Weihnachten ohne Stress und in Stille - Mandalay Yoga

Weihnachten ohne Stress und in Stille

Weihnachten in der modernen Zivilisation, in Stille und Harmonie, ist das nicht ein Paradoxon an sich? Gerade in der stillsten Zeit des Jahres schlittern viele Menschen in die lauteste und am wenigsten besinnliche Zeit, wollen aber zugleich ganz ohne Stress mit ihren Liebsten ein besinnliches Weihnachtsfest verbringen. Weihnachten scheint heute eher ein Stresstest für die Nerven zu sein als ein Fest der Stille. Google bestätigt diese Vermutung, wenn wir uns die Trefferliste der Suche nach wertvollen Tipps für ein stressfreies Weihnachtsfest anschauen. Das gibt für mich den perfekten Anlass, einen Bericht zu diesem Thema um Weihnachten zu verfassen.

Wenn die Vorstellung von Weihnachten auf die Realität der Moderne trifft …

 … ist Weihnachten nicht mehr weit. Doch damit Weihnachten die schönste Zeit des Jahres werden kann, müssen erst noch viele Dinge erledigt werden. Das kostet Nerven und Kraft. In den Städten reiht sich ein Weihnachtsmarkt an den nächsten, überall tönt „Jingle Bells“ aus den Lautsprechern, in Kaufhäusern und dem Internet geht es zu wie in Mumbai auf dem Bahnhof. Als besonders still und besinnlich empfinden das die wenigsten Menschen.

Nur noch Geschenke für Freunde und Verwandte besorgen, noch all die Festtagsessen planen, Einkäufe tätigen und die Wohnung oder das Haus auf Vordermann bringen. Dieses Pensum hält kein normaler Mensch bis zum Weihnachtsfest durch, schon gar nicht das bis zum Gehtnichtmehr aufgestockte Verkaufspersonal.

Schon die Vorweihnachtszeit kann sich derart gestalten, dass zu Weihnachten die Nerven blank liegen und die kleinsten Anlässe in mittlere Katastrophen münden. Was um Himmels willen ist mit unserer Vorstellung von einer besinnlichen Weihnachtszeit passiert?

Familien streiten sich häufiger als sonst, Kinder heulen pausenlos, das Festessen löst mehr Diskussionen aus, als man Angst vor dem nächsten Zahnarztbesuch hat. Spätestens eine Woche vor Weihnachten hören wir viele unserer Mitmenschen nur noch stöhnen: „Bin ich heilfroh, wenn das wieder vorbei ist!“ Mir stellt sich hier die Frage, warum vorher alle diesem Fest so starr nachrennen?

Viele Menschen sehnen sich nach dem Gefühl, das sie als Kind zu Weihnachten erlebt haben. Damals war alles ruhig und einfach, nichts musste organisiert werden, maximal wurden einige Bilder gemalt oder Gedichte zum Vortragen gelernt. Besinnlich gewindelt mussten wir lediglich mit zum Einkaufen kommen, ein bisschen beim Backen mithelfen, hier war eher das Auslecken der Teigschüssel unsere Aufgabe, und den Duft von Gebackenem genießen. Mmhh … alles war herrlich besinnlich damals! Als Kinder wussten wir nicht, was es bedeutet, ein Festessen zuzubereiten und all das zu organisieren, was später der Weihnachtsmann bringen sollte.

Heute trifft die frühere Weihnachtsvorstellung auf die Realität der digitalen Moderne. Es ist Weihnachten, aber statt Harmonie stehen enttäuschte Erwartungen, Kindergeschrei und Familienstreitereien auf der Tagesordnung. Viele von uns arbeiten mittlerweile noch am Heiligen Abend, dazu kommen To-do-Listen, draußen ist es dauerhaft grau und ungemütlich, von weißen Weihnachten keine Spur, und die ganze besinnliche Vorweihnachtszeit endet in einer organisatorischen Zerreißprobe, die es in sich hat.

Jetzt wird sich abgehetzt, als ob wir gerade am offenen Herzen operiert würden, alles wird noch auf den letzten Drücker, in atemloser Hektik und Raserei von der Liste abgearbeitet. Hier springt nirgends mehr ein Fünkchen Besinnlichkeit über. Häufig führt diese Anspruchshaltung zu Ärger anstatt zu Freude. Am 24.12. soll dann der Autopilot quasi über Nacht auf „harmonische Weihnachten“ eingestellt werden.

Leider klappt das nur in den seltensten Fällen, weil wir eben keine Roboter sind. Oftmals haben wir (zu) hohe Erwartungen an das „Fest der Liebe“. Alles soll perfekt besinnlich sein und unsere stillste Zeit mit den Liebsten soll uns alle glücklich machen. Doch geht das eigentlich noch – in unserer modernen, gesättigten Gesellschaft ein besinnliches Weihnachtsfest feiern?

Im Folgenden habe ich ein paar Tipps für Dich, die Weihnachten zu dem Fest machen, das Du aus Deiner Kindheit kennst. Lass die Vor- und Nachweihnachtszeit besinnlich und ruhig ablaufen! Als Erstes empfehle ich Dir, Dir ein Notizbuch zu wünschen. Das dient zur Reflexion und zur Einsicht in Deine Aufzeichnungen, die später sehr hilfreich sein können.

 5 effektive Tipps für besinnliche und stille Weihnachten

Mithilfe der folgenden Tipps kannst Du Weihnachten fast so unbeschwert genießen, wie du es als Kind gewohnt warst.

  1. Überlege Dir frühzeitig, wie Du Weihnachten im laufenden Jahr verbringen willst. Beziehe auch die Zeit davor sowie danach in Deine Planung ein, damit Du nicht in organisatorischen Stress gerätst.

 

  1. Lege vorab Zeiten für das Plätzchenbacken, Krippenbasteln, Weihnachtskränze-Binden und für die Dekoration des Leuchtschmucks fest. Besorge Dir das dafür notwendige Material schon im Oktober/November, egal ob vom Dachboden, aus dem Keller oder dem Einkaufsmarkt.

 

  1. Überleg Dir schon im Laufe des Jahres die Geschenkideen für Deine Lieben. Viele Gründe sprechen dafür, unter anderem der, dass Du auf diese Weise etwas mit Liebe auswählen kannst, weil Du Dir so den Shopping-Horror zur Weihnachtszeit in den überlaufenen Einkaufszentren der Stadt ersparst und Dir „Jingle Bells“ nie aus den Ohren quillt, sondern eher fröhlich summend mitgeträllert wird. Zudem wächst Deine Kreativität ungemein und Du sparst generell eine Menge Stress.

  1. Statte den ein oder anderen Verwandtschaftsbesuch auch mal zu anderen Zeiten ab. Es ist immer mit viel Stress verbunden, an Weihnachten wie ein wichtiger Minister alle Verwandten einmal quer durch Deutschland zu besuchen. Hier gilt die Formel: Je frühzeitiger Du Deine abgeänderte Weihnachtsplanung Deinen Verwandten und Bekannten mitteilst, umso friedlicher kann Dein Fest werden. Bestimmt freut sich Deine Tante oder Oma auch über Deinen Besuch im goldenen Oktober, im grauen November oder während der Adventszeit. Schlendert seelenruhig und besinnlich gemeinsam auf einem schönen Weihnachtsmarkt und genießt ganz gelassen gutes Essen und tolle Gespräche. Generell erhalten mehrere kurze Besuche über das Jahr verteilt den Familienfrieden eher, als wenn sich alle zusammen ausschließlich an Weihnachten, dann aber für längere Zeit sehen. 😉

 

  1. Gönne Dir vor allem eine Smartphone-Ruhepause. Gerade an den Feiertagen gibt es viel Wichtigeres, als in der kostbaren Zeit, die wir mit unseren Lieben verbringen, vor dem Smartphone zu kleben. Dem Phone tun die Ruhe und besinnliche Stille auch mal gut. Die stille Zeit mit seinen Liebsten verbringen, in die Natur gehen, genießen, mal wieder Mittagsschlaf machen, das Lieblingsbuch zu Ende zu lesen oder gemeinsam tolle Weihnachtsfilme und Märchen anschauen – was gibt es Besseres an Weihnachten?

 

Effektive Tipps für nachhaltige Weihnachten in Stille und ohne Stress

An dieser Stelle habe ich noch ein paar Tipps zusammengetragen, um das Weihnachtsfest nicht nur ruhiger, sondern auch etwas „nachhaltiger“ zu feiern:

Ein schönes Geschenk mit nachhaltigem Charakter ist eine tolle Alternative, um den Kunststoffberg in unserem Leben zu reduzieren. So darf es gerne auch mal etwas selbst Selbstgebautes, -gedrechseltes, -gebasteltes oder -gebackenes sein. Über so ein persönliches Geschenk, das wirklich von Herzen kommt, können wir uns aufrichtig freuen und wir tun damit der Umwelt mehr als nur einen Gefallen!

Wenn Du ein gutes Buch verschenken möchtest, unterstütze bitte, bitte die kleinen Buchhandlungen oder kaufe direkt bei den Autoren, anstatt bei den bekannten Online-Versandriesen zu bestellen, um diese damit noch reicher zu machen. Sie gehen äußerst fragwürdig mit ihren Mitarbeitern um und lassen sie nicht nur an Weihnachten, sondern grundsätzlich bis zum Umfallen knechten.

Du kannst Geschenken auch mal einen guten Tee anhängen und/oder eine Anleitung zum Relaxen basteln und beilegen. Badezusatz selbst herstellen, etwas bauen oder basteln – lass Deine Kreativität fließen, ihr sind keine Grenzen gesetzt. Das ganze Jahr über kannst Du in Deinem Notizbuch Geschenkideen für Deine Liebsten sammeln und frühzeitig umsetzen, sodass Du an Weihnachten ganz in Ruhe die besinnliche Zeit auskosten kannst. Wer selbst bastelt oder gestaltet, kann also gar nicht in Stress geraten und darüber hinaus werden die Geschäfte nach Weihnachten nicht so arg von den umtauschwilligen Beschenkten überrannt.

Weihnachten besteht nicht aus Konsum, es ist auch eine Zeit für die Zeit. Hier darf auch mal üppiger gegessen werden als sonst, allerdings geht es im Leben immer um das rechte Maß. Wie soll Weihnachten etwas Besonderes sein, wenn das ganze Jahr über schon weihnachtlich geshoppt und beschenkt wird und wir permanent mit Materiellem überhäuft werden?

Sehr häufig geschieht das mittlerweile bei den Kindern, deren Wünsche pausenlos bedient werden, sodass die Geschenke zu Weihnachten gar nicht mehr geschätzt werden können und die lieben Kleinen nicht verstehen, dass Weihnachten einen besonderen Stellenwert hat/haben sollte. Dabei müssen es keine riesengroßen Geschenke sein. Die Geste, aneinander gedacht zu haben, zählt viel mehr. Ein kleines Geschenk, nachhaltig und mit Liebe geschenkt, stellt eine viel schönere Geste dar als ein überbordender Geschenkeberg, den man für selbstverständlich nimmt.

Apropos nachhaltige Weihnachten. Ich bin ein Fan von lebenden Weihnachtsbäumen. Seit Jahren kaufe ich nur lebende Tannen im Topf oder bevorzuge, wenn das nicht möglich ist, gar keinen Weihnachtsbaum. Statt sterbende Tannen zu Hause zu platzieren, pflanze ich nach Weihnachten das Tannenbäumchen lieber wieder in den Boden zurück. Das schont die Umwelt und pflanzt symbolisch zugleich Hoffnung für die Welt. Unter den folgenden Links gibt es auch schöne Alternativen, und so steht es jedem von uns frei, ein Hoffnungsträger zu Weihnachten zu werden: http://www.zeremonia.de/ sowie https://www.paderbaeumchen.de/

Ich finde, gemeinsame Zeit ist letztendlich das wertvollste Geschenk. Sie ist unbezahlbar. Auch Zeit, die wir uns für uns selbst nehmen, ist kostbar. Dem sollten wir ohnehin mindestens eine halbe Stunde am Tag nachgehen. Zeit zum Verweilen, Meditieren, Zeit für Yoga oder den Lieblingssport. Zeit für ein Buch, die Zeitung, Zeit, eine Tasse Tee zu genießen … so schön besinnlich, kann Weihnachten sein!

Auf diese Weise werden auch Erwartungen, die auf reine Harmonie, Freude und Ruhe abzielen, nicht enttäuscht. Wie sagte Alexis Sorbas so schön: „Ich erhoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei.“Lass das doch zu Deinem neuen Weihnachtsmantra für 2019 werden?

Dieser Bericht ist erneut ein Teil des Yogablog Adventskalenders 2018, initiiert durch Melanie Wagner, von @ganzwunderbar.com. Sie schrieb gestern über Achtsamkeit in der Weihnachszeit  www.ganzwunderbar.com und öffnete damit das 16. Adventstürchen. 24 fleißige Weihnachtshelfer als Blogerstatter/innen und befüllen jeden Tag ein Türchen mit spannenden Inhalt über Yoga, Ernährung, Rezepte u.v.m. In jedem dieser Blogs wird auf das neue Türchen verwiesen. Ich bin schon ganz gespannt was Tine Lange für eine leckere Rezeptidee aus dem 18. Adventstürchen zaubern https://bowlsnbites.com wird.

Ich wünsche Dir eine besinnliche und ruhige Weihnachtszeit. Wenn es dafür dieses Jahr schon zu spät ist, dann wünsche ich Dir, dass Du mit guten Vorsätzen ins Jahr 2019 startest.

In diesem Sinne – Lokah Samastah Sukhino Bhavantu – . Mögen alle Lebewesen überall glücklich und frei sein. Mögen alle Taten, Gedanken und Worte in einer Form zum Glück und zur Freiheit beitragen. Frohe und besinnliche Weihnachten Euch allen!