NAMASTÈ ein Wort mit tiefer Bedeutung - Mandalay Yoga

NAMASTÈ ein Wort mit tiefer Bedeutung

Nimm einmal deine Handinnenflächen vor dem Herzen zusammen, schließe dabei Deine Augen und neige Deinen Kopf zum Herzen hin. Genieß diesen Raum der Stille und lass ihn etwas auf Dich wirken. Ein schönes Lächeln ziert bestimmt gleich Dein Gesicht und aus Deinem Mund erklingt sanft das Wort NAMASTE. Das ist  die herkömmliche Grußart in Nepal, Indien und weiteren asiatischen Ländern, und weil Namaste generell eine bedeutsame Wirkung hat, wird diese Grußformel hier näher erklärt.

Namaste und seine Herkunft

Das magische Wort mit dem tieferen Sinn wird in vielen verschiedenen asiatischen Kulturgruppen und Ethnien verwendet. In Japan verneigt man sich beispielsweise Kopf an Kopf zueinander, hierzulande ist das Händeschütteln beliebt und in unserem europäischen Kulturkreis wird auch das Umarmen als Gruß ausgeübt. Hier und da auf der Welt geben sich manche Vertraute noch einen Kuss auf die Stirn.

Alle führen also ihre Begrüßungsart der jeweiligen Kultur durch und pflegen dabei ihre eigene Variation der Begrüßung. Sehr häufig kommt Namaste in Asien vor. Dort wird im Raum Indien, Nepal und Sri Lanka zusätzlich noch das Kopf-zueinander-Neigen praktiziert. Wobei es hier und da, je nach familiärer Aufstellung, noch Unterschiede und Abwandlungen gibt.

Warum wird Namaste in Yogaklassen ausgeübt?

Ich frage in meinen Kursen gern mal die Teilnehmer, ob sie wissen, was Namaste bedeutet. Ich bekomme dann meist die verschiedensten Antworten, zum Beispiel: „Na so was wie Hallo oder Tschüss,“ „Danke, das war schön“ usw. Doch die Geste mit den gefalteten Händen vor dem Herzen steht für eine ganz bestimmte Überzeugung, die den Funken in jedem einzelnen Menschen verehrt.

Über die Herkunft des Wortes hast Du nun schon einiges erfahren, doch warum üben wir Namaste als Geste in europäischen Yogaklassen aus? Yoga möchte die individuelle Seele mit der universellen Seele verbinden. Namaste bietet sich hier als Geste an, um sich voreinander, das heißt vor jeder individuellen Seele zu begrüßen.

Wir würdigen die innewohnende Seele jedes Einzelnen und im Allgemeinen die Seele unseres Gegenübers. Idealerweise sollte Namaste vor und nach einer Yogastunde ausgeübt werden, weil (sofern jemand emphatisch genug ist) der Unterschied des Verneigungsgrußes am Ende der Stunde im Vergleich zum Beginn positiv verändert wahrgenommen werden kann, da sich die Energie nach der Yogastunde friedlicher im Raum anfühlt.

So erscheint ein Namaste am Anfang vielleicht noch schnell, hart und ruppig oder zügig, während ein Namaste am Stundenende eher dankbar, tiefer, intensiver, ehrvoller und in sich eingekehrter wirkt. Die effektvolle Grußformel wirkt dann wie eine balsamierende, würdevolle Verneigung vor jeder individuellen Seele im Raum.

Yoga bedeutet, die Energie des Herzens zu leben, damit wir alle spüren, dass wir EINS sind. Für den Yogalehrer ist die Begrüßung ein wichtiges Tool, um energetisch zusammenzukommen, Verbindung zu schaffen und einen Moment innezuhalten.

Namaste und seine Ausübung

Die Gebetsgeste Namaste: Dazu werden beide Handflächen (= Anjali Mudra) vor dem Herzen zusammengefaltet. Die Hände passen exakt aufeinander und die Finger zeigen in Richtung Kinn. Diese Geste ist eine der höchsten Formen, seinem Gegenüber Respekt zu zeigen. Schon allein das reine Ausüben der Geste mit der Handhaltung ist so wertvoll, dass das Wort Namaste fast überflüssig wird.

Während wir hierzulande Namaste nur in Yogastunden verwenden, gibt es andernorts diese Grußformel auch als Variante mit den Fingern zur Stirn gerichtet – Namaskar. Wir fokussieren uns hier zunächst einmal auf das Namaste, denn schon diese gehaltvolle Geste bringt das Ego zur Stille und öffnet mit Überzeugung das Herzschakra – wo sich bei jedem Menschen der göttliche Funke befindet.

Anjali Mudra ist eine Abwandlung des Wortstammes Anj, was so viel bedeutet wie „ehren, verneigen, anerkennen“. Doch nun wird es langsam Zeit, das Geheimnis von Namaste noch ein Stück weiter zu lüften. Namaste – meine gesegnete Seele grüßt Deine göttliche Seele. Nama heißt so viel wie „verneigen/verbeugen“, ste bedeutet „wie ich oder du“, zusammengesetzt und übersetzt bedeutet die gesamte Wortformel von Namaste „Ich verbeuge/verneige mich vor deiner individuellen Seele. Meine individuelle Seele verneigt sich vor deiner individuellen Seele.“

Namaste bedeutet also: Das Falten der beiden Handflächen (Anjali Mudra) vor dem Herzen grüßt den göttlichen Funken deiner individuellen Seele in DIR.

Namaste – noch ein paar mehr Infos zum Sinn und der Bedeutung

Egal, welche Nationalität oder Sprache Du sprichst, mit Namaste wird eine spirituelle Verbindung hergestellt, die ein Gefühl von eins sein und Balance nach außen transportiert.Die Bedeutung Namaste ist zudem sehr universell abrufbar und kann niemals falsch verwendet oder gesprochen werden. Es symbolisiert Frieden – Ehre – Respekt, ähnlich wie „Salam alaikum“ (Frieden sei mit Dir) im Arabischen. Um eine Verbindung und Zeitlosigkeit zu schaffen, wirkt Namaste frei, denn es lässt das Ego einfach ruhen. Wenn es herzlich gemeint und achtsam ausgeübt wird, umkreist diese Geste ein einzigartiger tiefer Spirit und die Blume der Liebe entfaltet sich im Raum.

Und das alles, während wir die Hände vor dem Herzen zusammenfalten, innehalten und uns voreinander respektvoll begrüßen und verabschieden. Natürlich kann diese heilige Geste auch generell zur Begrüßung verwendet werden. Probiere einfach mal aus, den Gott in jedem Menschen zu grüßen.Mit diesem namastischen Wort zu einer fabelhaften Geste verabschiede ich mich und grüße Euch und Euren göttlichen Funken in Eurer Brust.

Namaste!